Ein paar Fragen an: Constantin

Name: Constantin
Instrument: Kontrabass
Funktion: Stimmführer

Constantin, was reizt Dich am Orchesterspielen?

Es sind so viele Dinge: Das Spielen von bekannten (und auch unbekannten 😉 ) Orchester-/Opernwerken, das gemeinsame Musizieren mit anderen Musikern und die wertvollen Erfahrungen die man dadurch sammelt, die Konzerte und die Freude die man den Zuhörern und sich selbst damit bereitet… Das Spielen im Orchester macht mir unglaublich viel Freude, es ist lehrreich, man entwickelt sich weiter… Ein wahrer künstlerischer Genuss!

Was macht für Dich den Concentus21 aus?

Ich schätze dass wir ein sehr ambitioniertes Amateurorchester mit engagierten Musikern und einem sehr professionellen und erfahrenen Dirigenten und künstlerischem Leiter sind. (Welchen ich auch menschlich sehr schätze!) Man findet bei uns Menschen aus verschiedensten Altersgruppen, Berufssparten, Nationalitäten, etc. und uns alle verbindet die Leidenschaft zur Musik. Außerdem ist es quasi ein “Markenzeichen” des Orchesters, auch unbekannte(re) Werke aufzuführen – das macht unglaublich viel Spaß!

Was ist für Dich das Besondere am NABUCCO Projekt?

Dass es meine erste Opernaufführung ist – und dann gleich so ein bekanntes Werk, mit großem Orchester, großem Chor und tollen Solisten. Ich freue mich schon sehr auf dieses Projekt, das wird bestimmt ganz, ganz großartig!

Gehst Du auch privat in die Oper und ins Konzert?

Selbstverständlich! Als Musiker und großer Liebhaber der “klassischen” Musik, ist man in Wien ja glücklicherweise verwöhnt. In unserer Stadt sind ja die die weltbesten Orchester, sowie Konzert- und Opernhäuser beheimatet. Am liebsten besuche ich den Wiener Musikverein, das Konzerthaus, sowie die Wiener Staatsoper. Mein Lieblingsorchster sind (wie sollte es auch anders sein 😉 ) die Wiener Philharmoniker.

Was war Dein bisher schönster Moment mit dem Concentus21?

Mein erstes Konzert mit dem Concentus21, vergangenen Herbst im Lorely Saal. Das Konzert war restlos ausverkauft, wir spielten ein wundervolles Programm in einem wunderschönen Konzertsaal! Es ist außerdem anzunehmen, dass wir an diesen Abend die 2. Sinfonie in e-Moll von Carl Loewe, in Wien uraufgeführt haben – das fühlt sich schon sehr besonders an!

Welches Stück würdest Du gerne mal zur Aufführung bringen?

Da gibt es viele Wünsche, eine schwierige Frage! Ich glaube wenn ich mich für eines entscheiden müsste, wäre es die 9. Sinfonie in d-Moll von Ludwig van Beethoven. Oder auch die 1. Sinfonie in D-Dur von Gustav Maler. (da gibt es gleich am Anfang des dritten Satzes ein schönes Kontrabass Solo. 🙂 )

Constantin, Du spielst ja Kontrabass. Welcher Musiker ist Dein musikalisches Vorbild und warum?

Unbestritten Ludwig Streicher! Er war langjähriger Solo-Kontrabassist der Wiener Philharmoniker, Professor an Hochschule für Musik in Wien, sowie Begründer der Ludwig Streicher Kontrabass Schule. Seine Kontrabass Schule ist meiner Meinung nach die Beste für “unser” Instrument und wird besonders in Wien/Österreich, aber auch in anderen Teilen der Welt, u.a. auch in Japan, gespielt und gelehrt. Für mich ist es wichtig diese Tradition zu bewahren und weiterzugeben. Außerdem war er ein großartiger Solist, er beherrschte den Kontrabass wie kein anderer! Glücklicherweise haben wir ihm viele legendäre Interpretationen und Aufnahmen zu verdanken. Übrigens: heuer hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Was hat Dich dazu gebracht, ausgerechnet dieses Instrument zu lernen?

Eine längere Geschichte: Als Kind habe ich einige Jahre lang Geige gelernt, doch relativ schnell stellte sich heraus, dass mich der Kontrabass eigentlich viel mehr interessieren würde. Als 13 jähriger, als sich meine Interessen zur Metal- und Rockmusik verschoben, habe ich begonnen E-Bass zu spielen. (dieses Instrument spiele ich auch nach wie vor) Erst Jahre später, als ich meine Liebe zur “klassischen” Musik wieder entdeckt hatte, habe ich begonnen Kontrabass zu spielen und bin nun bei meinem Trauminstrument angelangt. 🙂 Am meisten schätze ich die tiefen Frequenzen der Kontraoktave, den dunklen Klang und das Klangvolumen, aber auch die (nicht zu unterschätzende) Vielseitigkeit des Kontrabasses.

Das Interview führte unsere Konzertmeisterin.

Ein paar Fragen an: Martin

Name: Martin
Instrument: Violoncello

Martin, was reizt Dich am Orchesterspielen?

Einfach mittendrin sein zu dürfen, die Musik hautnah zu erleben und daran mitzuwirken.

Was macht für Dich den Concentus21 aus?

Das Erarbeiten und Verstehen Lernen der Stücke. Dies in einem Team von Gleichgesinnten unter dem Taktstock eines verständigen und meist geduldigen Dirigenten. Die Proben sind für mich immer ein Highlight.

Was ist für Dich das besondere am NABUCCO Projekt?

Marcel Prawy hat gesagt, Verdi hätte den Nabucco nur geschrieben um rund um den Gefangenenchor auch noch etwas Anderes zu haben. Ich bin gespannt, ob ich das auch so erleben werde. Jedenfalls freue ich mich, auch bei dieser Oper mittendrin zu sein zwischen Orchester, Chor und Solisten

Gehst Du auch privat in die Oper und ins Konzert?

Ja, in Konzerte verschiedenster Richtungen, nicht nur Klassik. Das letzte Konzert vor der Corona Pandemie war …

Was war Dein bisher schönster Moment / Konzert mit dem Concentus21?

Als wir im November 2017 in der Neuen Burg Perchtoldsdorf gemeinsam mit Elisa Wallnöfer Beethovens 3. Klavierkonzert gespielt haben.

Welches Stück würdest Du gerne mal zur Aufführung bringen?

Da wäre zum einen J. S. Bachs Cembalokonzert BWV 1052, zum anderen Beethovens Tripelkonzert. Für letzteres gibt es ohnehin Pläne. Ich freue mich darauf 🙂 .

Welcher Musiker ist Dein musikalisches Vorbild und warum?

Leonard Bernstein, weil er auch gesellschaftlich Stellung bezogen hat.

Martin, zum Abschluss die Frage, was hat Dich dazu gebracht, ausgerechnet Cello zu lernen?

Der Familienkreis schrie nach einem Cello. Ich habe erst mit 22 begonnen dieses Instrument zu lernen. Ich bin sehr froh, es damals gewagt zu haben 😉

Das Interview führte unsere Konzertmeisterin.

Mathilde - Projektmanagerin des NABUCCO Projekts

Ein paar Fragen an: Mathilde

Name: Mathilde
Funktion im Orchester: Projektmanagement NABUCCO

Für unser Großprojekt NABUCCO haben wir uns mit Dir eine Projektmanagerin an Bord geholt. Was ist für Dich das Besondere am NABUCCO Projekt?

Die Zusammenfügung von Orchester, Chor und Solisten ist bei dieser Oper etwas besonders Spannendes. Dies muss auch Verdi so oder so ähnlich empfunden haben, da ihn doch diese Oper wieder zur Komposition, mit der er Schluss machen wollte, zurückgebracht hat. Dazu kommt noch die konzertante Aufführung der Oper, ja, geht’s noch spannender? Es ist einfach eine schöne Aufgabe.

Du spielst nicht selbst im Orchester. Stattdessen singst Du im Chor und wirst auch beim Nabucco Projekt im Chor Allegro Vivace mitsingen. Was reizt Dich am Chorsingen?

Ich singe seit ich denken kann – mit kurzen Unterbrechungen – in Chören, was ich nie – auch als ganz junge Sängerin im Schulchor – als Pflichtübung gesehen habe, sondern als Bereicherung meines Lebens, als Entspannung, als sportähnliche Aktivität, d.h. als gesunde Aktivität und streckenweise auch als Therapie, als sehr erfolgreiche.

Mathilde, Du kennst das Orchester aus Proben und vor allem aus Projektsitzungen mit dem Vorstand. Was macht für Dich als eher Außenstehende den Concentus21 aus?

Ich habe Concentus21 in einigen Proben kennengelernt, die umgehend Lust auf mehr gemacht haben. Dass dieses Orchester ein Amateurorchester ist, muss extra dazugesagt werden, da man es nicht hört. Ich habe eine sehr schöne Verbundenheit im Orchester und vor allem der Musiker mit dem Dirigenten gespürt, der mir den Eindruck vermittelt, als ob er jedes einzelne Orchestermitglied mit seinem Taktstock liebevoll berühren möchte.

Gehst Du auch privat in die Oper und ins Konzert?

Ja, sowohl als auch, und so oft es irgendwie möglich ist. Und der Bogen spannt sich von MET-Übertragungen, Live-Opernaufführungen, mir Vorliebe mit mutigen Inszenierungen, über Musikverein- und Konzerthaus-Veranstaltungen bis zu Rock-/Jazz-/Blues-Konzerten.

Welches Stück würdest Du gerne mal zur Aufführung bringen? Gibt es eine Oper, Messe oder anderes Werk für Chor und Orchester, das Du gerne einmal mit uns aufführen würdest?

Ja, sicher gibt es da einiges. Aber nur um etwas konkret zu nennen, würde mir „Die Schöpfung“ von Haydn sehr gut gefallen oder auch eine Barockoper.

Hast Du ein musikalisches Vorbild oder einen Musiker, den Du bewunderst und warum?

Nein, ein musikalisches Vorbild habe ich nicht, und Musiker, die ich bewundere gibt es unzählige. Schwierig, hier den EINEN aus einer langen Liste zu nennen.

Zum Abschluss die letzte Frage and Dich, Mathilde: Spielst Du eigentlich ein Instrument?

Die übliche Blockflöte in der Schulzeit ist Vergangenheit und das geplante Klavierspiel Zukunft, d.h. nein, derzeit keines.

Das Interview führte unsere Konzertmeisterin.

Vereinsobfrau Cornelia Szabo-Knotik begrüßt

Ein paar Fragen an: Cornelia

Name: Cornelia
Instrument: Violoncello
Funktion im Orchester: Vereinsobfrau

Cornelia, was reizt Dich am Orchesterspielen?

Das Musizieren. Weil ich mich da in den Klang, in die Stücke mit der Cello-Stimme hineinfallen lasse und dann, wenns klappt, fast „schwebe“.

Was macht für Dich den Concentus21 aus?

Die gute Stimmung in der Cello-Gruppe, im Vorstand und bei den Proben. Die angenehme Arbeit mit dem Dirigenten – so anders als manche „Orchestertyrannen“. Und weil es mit der Probenfrequenz gut möglich ist, das als Hobby zu betreiben.

Was ist für Dich das besondere am NABUCCO Projekt?

Eine große, populäre Oper zu spielen ist für mich als Musikliebhaberin eine besondere Gelegenheit und der Klang samt Chor und Stimmen natürlich auch besonders üppig und prächtig. Die dicke Partitur ist auch von der Länge und Intensität her eine sportliche Herausforderung.

Gehst Du auch privat in die Oper und ins Konzert?

Selten, aber das kann sich noch ändern.

Was war Dein bisher schönster Moment / Konzert mit dem Concentus21?

Da fällt mir die Wahl schwer.

Welches Stück würdest Du gerne mal zur Aufführung bringen?

Eine der späten Haydn-Messen… aus Nostalgie, weil ich das als Jugendliche öfter erlebt habe.

Was hat Dich dazu gebracht, ausgerechnet Violoncello zu lernen?

Das war eine Mischung aus „glücklicher Zufall“ – ich war ja schon 17 und hatte länger Klavierstunden absolviert und auch Gitarre gelernt (nach der obligaten Blockflöte) – und familiärer Gefälligkeit, weil mein Vater ein Instrument von einem Geigenbauer-Freund hatte, der gerade verstorben war und sonst niemand in der Familie Cello gespielt hat.

Das Interview führte unsere Konzertmeisterin.

Ein Orchester in der Corona-Krise?

Es war schon ein herber Schlag, als wir am Anfang März das für den 22. März angesetzte Frühlingskonzert absagen mussten. Zum zweiten Mal in Folge waren wir schon einige Zeit vor dem Konzert beinahe ausverkauft. Das Orchester war gut vorbereitet. Die Proben liefen gut. Die Detailplanung für den Konzerttag war gemacht und dann das! Noch nie in unserer über 15jährigen Geschichte mussten wir ein Konzert absagen. Noch nie ist ein Solist ausgefallen. Noch nie war der Dirigent krank oder hätte es andere unlösbare Probleme gegeben. Und dann kommt da erst ganz schleichend ein Virus und sorgt durch die Corona-Krise nicht nur bei uns für Planänderungen.

Konzertabsage und nun?

Nach dem ersten Schock begannen wir im Vorstandsgremium dann zu diskutieren wie es weiter gehen könnte. Doch alles Diskutieren half nichts, es war einfach nicht klar, was zu welchem Zeitpunkt wieder möglich sein würde. Große Ratlosigkeit herrschte zunächst.

Musik hilft immer

Doch was machen Musiker, wenn sonst nichts mehr geht? Musik natürlich. Und so übten und musizierten sie fleißig weiter. Unterricht per Zoom oder Skype wurde sehr schnell zur Normalität und ohne anstehende Konzerte fand so mancher Zeit für Hausmusik. Ein paar Videos davon haben wir unten für euch verlinkt. Auch der Trend zu “Home Office Orchester”-Videos ging nicht ganz an uns vorbei, und so probierten wir mit einer kleinen Schar an Musikern das, was alle machten, scheiterten aber nicht nur an der Technik 😉 .

Proben wieder erlaubt

Umso größer war dann die Freude, als Proben im kleinen Kreis wieder möglich waren. Vorsichtig mit viel Abstand und Mundschutz ausgestattet trafen sich zunächst nur maximal zehn Streicher. Nach Wochen der Abstinenz und in häuslicher Einsamkeit war es wohltuend für alle wieder gemeinsam der Leidenschaft für Musik nachzugehen. Und weil wir als Orchester trotz Corona von Krise weit entfernt sind, fanden sich sogar neue Musiker ein.

Schnappschuss einiger Orchestermitglieder bei der ersten Probe nach der durch die Corona-Krise bedingten Auszeit
Schnappschuss vor der ersten Probe nach Corona

Mittlerweile können wir mit Abstand und Vorsicht wieder als ganzes Orchester proben. Das ist erfreulich und wir haben diese Gelegenheit bereits zweimal genutzt, bevor wir nun in die Sommerpause gehen.

So geht es weiter

Was kommt nach der Sommerpause? Wenn Corona es zulässt, dann werden wir Ende November das eigentlich für März geplante Konzertprogramm mit Beethoven, Weber und Schubert in leicht veränderter Form zu Gehör bringen. Die für Juni und November geplanten Programme “Eine Sommernacht mit Mozart” und “Beethoven und sein Schüler” haben wir gemeinsam mit den Solisten vorerst auf Eis gelegt. Wir werden sie für 2021 und 2022 soweit möglich in unseren Plan einfließen lassen.

Nabucco – ein Großprojekt

Nach dem November Konzert starten wir dann in ein Großprojekt, an dem wir trotz Corona-Krise in den letzten Monaten hinter den Kulissen fleißig weiter gearbeitet haben. Wir planen für Juni 2021 eine konzertante Aufführung der Verdi Oper NABUCCO. Gemeinsam mit dem Orchester und dem Chor Allegro Vivace unter der Leitung von Matthias Binder stehen am 19. und 20. Juni 2021 in der Canisiuskirche im 9. Bezirk bekannte Solisten wie Russi Nikoff, Maria Droulou und Monica Chavez in den Titelrollen vor dem Publikum.

Plakat der NABUCCO Opernkonzerte des Concentus21 im Juni 2021
Plakat NABUCCO Konzerte 2021

Wenn dann im 3. Akt der weltberühmte Gefangenenchor ertönt, werden die Irrungen und Wirrungen der Corona-Krise hoffentlich lange hinter uns liegen.

Interessierte Musiker, die gerne am Opernprojekt mitwirken möchten, können sich unter “Mitspielen” jederzeit melden.

Kurzporträt Carl Maria von Weber

Carl Maria von Weber
Carl Maria von Weber

Carl Maria von Weber (1786-1826) stammt aus einer künstlerisch tätigen Familie und war schon als Kind ständig auf Reisen, darunter auch mehrmals in Salzburg, wo er unter anderem bei Michael Haydn Unterricht hatte.

Ein einjähriger Aufenthalt in Wien brachte ihm auch die Bekanntschaft mit Joseph Haydn und mit dem damals bekannten Abbé Georg Joseph Vogler, der seinen Unterricht mittels Analyse von als vorbildlich gesehenen Werken anstelle traditioneller Kontrapunktlehre gestaltete.

Auch seine Karriere war neben kürzeren Anstellungen von Reisen bestimmt. Diesem Umstand verdankte er auch eine Freundschaft mit dem Klarinettisten Heinrich Joseph Baermann, für den er mehrere kammermusikalische Werke und drei begeistert aufgenommene Konzerte geschrieben hat, darunter das Klarinettenkonzert Nr. 2 Es-Dur op. 74 (1811).

Ebenso schrieb er ein Konzert, das bis heute als Fixpunkt im Repertoire des Fagotts gehalten hat.Das Fagottkonzert in F-Dur op. 75 ist seit seiner Drucklegung 1823 in zahlreichen Neuauflagen herausgegeben wurde. Der damals fünfundzwanzigjährige Weber schrieb dieses Werk im November 1811 in München, und zwar auf die Bitte des ersten Fagottisten der dortigen Hofkapelle Georg Friedrich Brandt (1773-1836).

Unsere Konzerte mit Werken von Carl Maria von Weber

Frühlingskonzert “Mexiko trifft Wien” 22. März 2020 http://www.concentus21.at/klassik-in-wien-fruehlingskonzert-des-concentus21/
Sommerkonzert 2017 http://www.concentus21.at/sommerkonzert-virtuose-klarinette/
Opern und Operetten Konzert 2015 http://www.concentus21.at/unterhaltendes-musiktheater-lortzing-strauss/
Konzert Junge Solisten 2012 http://www.concentus21.at/junge-solisten/
Konzertante Opernaufführung 2010 http://www.concentus21.at/der-freischuetz/
Konzert “Wenn die Kleinen mit den Großen” 2007 http://www.concentus21.at/kleine-und-grosse/

Klassik in Wien – Frühlingskonzert des Concentus21

Nach erfolgreichen Konzerten 2009 und 2019 ist der Orchesterverein Concentus21 auch heuer wieder mit Klassik in Wien im schönen Theater am Kurpark Oberlaa zu Gast.

Yolotzin Cruz Cedillo am Fagott
Yolotzin Cruz Cedillo am Fagott

Beim Sonntagskonzert unter dem Motto “Mexiko trifft Wien” wird ein buntes Programm geboten. Passend zum Beethoven Jahr beginnt das Konzert mit der Egmont Ouvertüre. Den “mexikanischen” Teil des Konzerts bestreitet dann die junge Solistin Yolotzin Cruz Cedillo mit dem Fagottkonzert von Carl Maria von Weber. Die Musikerin studiert bei Prof. Marcelo Padilla an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien. Sie konnte bereits zahlreiche Preise gewinnen und spielte im nationalen mexikanischen Jugendorchester das Solofagott. Auch in Wien ist sie als Orchestermusikerin aktiv und spielte jüngst im ORF RSO bei Hollywood in Vienna mit.

Im zweiten Teil des Konzerts bringt das Orchester eine weitere von Schuberts Jugendsymphonien zu Gehör. Die 4. Symphonie in c-Moll wird auch als “Tragische” bezeichnet und zeugt vom kompositorischen Können des damals gerade einmal 19-Jährigen. Als Hommage an die mexikanische Heimat der Solistin hat das Orchester eine Zugabe vorbereitet, die die Brücke zwischen Wien und Mexiko schlägt.

Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt. Das Kaffeehaus der Seniorenresidenz bietet ein Pausenbuffet, aber auch ein Besuch in der nahegelegenen Kurkonditorei Oberlaa lässt sich gut mit dem Konzert verbinden. 

Konzertkarten gibt es wie immer über den Online Ticketshop. Der Theatersaal Oberlaa bietet ca. 170 Plätze im Parkett, sowie 40 weitere Sitzplätze auf der Galerie mit bestem Blick auf die Musiker. Karten für die Plätze im Parkett wählt man wie gewohnt am Sitzplan aus. Karten auf der Galerie gibt es unter “Freie Platzwahl”.

Plakat Klassik in Wien - Frühlingskonzert im Theater am Kurpark Oberlaa
Concentus21 Orchesterblog

Ein neues Konzertprogramm vorbereiten – mehr als nur durchspielen

Als Orchestermusiker ist man immer wieder damit konfrontiert, dass man neue Konzertprogramme vorbereiten muss. Dafür bedarf es etwas mehr, als nur die eigene Stimme durchzuspielen. In diesem Artikel soll es darum gehen, wie man als Streicher ein neues Programm effektiv angeht.

Bevor die Orchesterproben beginnen

1. Schritt – Hören und Verstehen

Im Orchester ist es wichtig, nicht nur die eigene Stimme zu kennen, sondern auch zu wissen, wie ein Stück grundsätzlich aufgebaut ist, wie es sich anhören sollte, wo wichtige Einsätze sind und vieles mehr. Deshalb ist der erste wichtige Schritt, sich vor der ersten Probe mit dem neuen Stück vertraut zu machen. Dazu kann man das Stück einfach anhören (auch mehrfach ;)), aber auch anhören und dabei die eigene Stimme mitlesen oder noch besser anhören und die Partitur mitlesen. Zu den meisten Stücken findet man Partituren online z.B. in der Petrucci Music Librabry.

Ebenfalls spannend kann es sein, sich das Stück von verschiedenen Orchestern und unter verschiedenen Dirigenten anzuhören. Schubert klingt nicht gleich Schubert und Mozart nicht gleich Mozart. Unterschiedliche Tempi, Dynamik und Phrasierung kann einen sehr großen Unterschied ausmachen.
Auch interessant ist es, sich über den Hintergrund eines Stückes zu informieren. Wann hat der Komponist es geschrieben? Gab es einen Auslöser dafür? Wer ist der Widmungsträger und warum? Manches davon steht im Internet und oft findet man bei den verschiedenen Klassik Radios Hintergrundgeschichten, Podcasts und ähnliches.

2. Schritt – Schwierige Stellen identifizieren

Hat man das Stück angehört und eine Vorstellung davon, wie es klingen soll, ist der erste wichtige Schritt, einmal alles durchzuspielen und zwar im finalen Tempo. Dabei merkt man sofort, welche Stellen einfach so funktionieren und welche Stellen schwierig sind und geübt werden müssen.
Die schwierigen Stellen markiert man sich beim Durchspielen und kommt anschließend auf sie zurück.
Man nimmt sich jede schwierige Stelle einzeln vor und überlegt, worin die Schwierigkeit besteht. Ist es der Bogenstrich oder der Fingersatz oder die Koordination? Für jedes Problem gibt es die passende Übestrategie.

3. Schritt – Übungsplan erstellen

Sind die schwierigen Stellen klar und definiert was geübt werden muss, kann man daraus einen Übeplan ([8]) erstellen.
Hierzu gibt es viele verschieden Ressourcen und Strategien, die letzten Endes auch immer davon abhängig sind, wie viel Zeit man zum Üben zur Verfügung hat.
Gut wäre, man hätte pro Tag 30 Minuten Zeit für die Orchesterstücke, aber auch mit 10 Minuten jeden Tag kann man einiges erreichen. Nur wenn man gar keine Zeit zum Üben hat, sollte man sich das mit dem Orchester nochmal überlegen 😉 In der Probe sollte das Augenmerk auf das Zusammenspielen gelegt werden können, was nur funktioniert, wenn nicht jeder nur mit sich selbst kämpft.

4. Schritt – Üben

Wenn man nun also nach dem eigenen Übeplan übt, dann ist es wichtig, die schwierigen Stellen nicht einfach durchzuspielen, denn damit übt man nur das, was nicht funktioniert noch mehr ein. Stattdessen sollte man sich entsprechend der Schwierigkeit der Stelle die passende Strategie aussuchen und langsam und mit Bedacht üben. Itzhak Perlman hat zum Üben einen schönen Satz geprägt:

“If you practice something slowly, you forget it slowly. If you practice something fast, you forget it fast.”

Itzhak Perlman – Geiger

Hat man Probleme mit der Bogeneinteilung? Vielleicht hilft ja eine “Bow Distribution Map”? ([6])

Ist ein Lauf schwierig und schnell? Dann sucht man sich zuerst die passenden Fingersätze ([4]), danach übt man z.B. in rythmisierten Pattern ([5]). Auch sinnvoll ist es nach dem vom Vokabellernen bekannten Karteikastenprinzip zu üben, dabei werden die schwierigen Passagen so lange geübt, bis man sie 5 mal nacheinander komplett fehlerlos spielen kann. (Tipp “Serial Practice” [7])

Sind die Lagenwechsel an einer Stelle schwierig? Man übt die Lagenwechsel langsam zuerst vorwärts, anschließend “rückwärts”, liest also die Noten von rechts nach links und wechselt damit die Lage in die andere Richtung. Danach geht es in die richtige Richtung gleich viel schneller.

Hat eine Passage einen schwierigen Rythmus oder einen Übergang zum Beispiel von Achtel auf Triolen? Da hilft am Besten mit Metronom üben. Moderne Metronome und vor allem Metronom-Apps (z.B. Soundbrenner) ermöglichen es, nicht nur die Taktart und die Metronomzahl einzustellen, sondern auch eine Unterteilung. Man kann also zum Beispiel einen 4/4 Takt mit MM = 100 einstellen und sich dabei Triolen geben lassen.

Hat man alles geübt und ist überzeugt, man kann nun alles, dann sollte man sich selbst testen zum Beispiel, in dem man mit einer Aufnahme mitspielt. Bei YouTube gibt es viele Aufnahmen bei denen man auch den Dirigenten sehen kann, so kann man sich fast fühlen, als wäre man Mitglied bei den Philharmonikern 😉
Spielt man nun also mit einer Aufnahme mit, wird man schnell merken, welche Stellen dann doch noch nicht so gut funktionieren und kann den eigenen Übeplan entsprechend anpassen.

Nützliche Links und weitere Ressourcen

Weitere interessante Ressourcen zum Üben und Details zu oben erwähnten Methoden findet man hier:

3 Violin Practice Tips to Save Time and get Faster Progress | Violin Lounge TV #280

Practicing for many hours can be useless or even counterproductive when you're doing it wrong. In this video I share 3 tips:

Gepostet von Violin Lounge am Mittwoch, 15. August 2018

Während der Probenzeit

Hat man die Stücke gut vorbereitet und die Orchesterproben beginnen, dann sollte man ebenfalls einige Dinge beachten. Welche das sind, behandeln wir in unseren nächsten Blogs.

Blog (geplant): Orchesternoten markieren
Blog (geplant): Die effektive Orchesterprobe

Komponist Carl Loewe

Carl Loewe und seine e-Moll-Symphonie

Carl Loewe ist jedem Musikinteressierten als genialer Balladenkomponist bekannt. Sie machten ihn schon zu seinen Lebzeiten zu einem berühmten, geschätzten und gefeierten Komponisten. Nicht zuletzt deshalb wurde und wird er bis heute auch als „norddeutscher Schubert“ bezeichnet. Weniger bekannt ist allerdings, dass Loewe in nahezu allen musikalischen Genres großartige Kompositionen geschaffen hat, Opern, Oratorien, Kammermusik, Solokonzerte und auch zwei Symphonien.

Loewes Symphonien

Die beiden Symphonien dürften 1834/35 entstanden sein, wobei wir nur in der erhaltenen Originalpartitur seiner e-Moll-Symphonie den genauen Hinweis zur Entstehungszeit finden. Loewe vermerkt am Ende der Partitur: „beendet am 15. December 1834 C. Loewe“. Wann genau er seine Symphonie, jene in d-Moll komponierte, ist nach wie vor unklar – vermutlich 1835. Ob die e-Moll-Symphonie zu Lebzeiten des Komponisten auch aufgeführt wurde, ist nicht bekannt.  Manche Forscher vermuten eine Aufführung zu Beginn 1835 (möglicherweise im Rahmen der jährlich stattfindenden Musikfeste in Stettin, wo Loewe als Musikdirektor jahrzehntelang tätig war), aber beweisen lässt sich das bislang nicht. In der Partitur findet man zwar nachträglich eingefügte Ergänzungen (die möglicherweise auf eine Aufführung hinweisen), aber keine Korrekturen (die Partitur enthält viele Kompositionsfehler, die Loewe bei einer tatsächlichen Aufführung aufgefallen sein müssten).

Neun Jahre nach der Entstehung der e-Moll-Symphonie (1843) schickte Loewe jedenfalls an den Berliner Verlag Bote&Bote eine Abschrift der Originalpartitur mit der Bitte, die Symphonie aufführen zu lassen. Vermutlich ergänzte er zu diesem Zweck die drei ursprünglich noch fehlenden Posaunenstimmen. Im Falle einer Aufführung hätte Loewe auch das Stimmenmaterial angeboten, dazu scheint es jedoch nicht gekommen zu sein. Auch gedruckt wurde das Werk nicht. Die Abschrift gilt mittlerweile als verschollen, ebenso das 1843 noch vorhanden gewesene. Lediglich die Originalpartitur, die sich im Nachlass des Komponisten befunden hatte, blieb erhalten. Sie befindet sich heute in der Jagiellonen-Bibliothek in Krakau.

Erst 1894, im Rahmen einer Feier zu Loewes 25. Todesjahr, wurde der 2. Satz („Larghetto“) vom Berliner Philharmonischen Orchester gespielt. Auf welches Notenmaterial dabei zurückgegriffen wurde, ist unbekannt.

Uraufführung bei den 2. Loewe- Festtagen

In den Jahrzehnten danach scheint niemand Interesse an dieser Symphonie gehabt zu haben. Erst 110 Jahre später, im November 2004 (im Rahmen der 2. Loewe-Festtage) wurde die e-Moll-Symphonie wohl tatsächlich zum ersten Mal aufgeführt. Diese (wahrscheinlich) Weltpremiere ist dem damaligen Chefdirigenten der Anhaltischen Philharmonie Dessau zu verdanken. Der komplette Mitschnitt der Aufführung ist im Internet erhalten. Es ist die bislang einzige Aufzeichnung der Symphonie, die noch nicht auf CD erschienen ist.

Für diese Aufführung wurde aus der vorhandenen Originalpartitur eine komplette Abschrift (Partitur und Stimmen) gemacht, diese wurde jedoch im Anschluss wieder nicht gedruckt. Als wir vom Concentus21 auf der Suche nach einer Komposition Loewes für dessen 150. Todesjahr waren, konnten wir zwar auf eine mittlerweile gedruckte Partitur zurückgreifen, beim Vergleich der gedruckten Fassung und der Originalpartitur fanden sich allerdings dermaßen viele Fehler, dass sie sich für eine Aufführung als wertlos herausstellte.

Der Weg zum Notenmaterial

Wir mussten somit einen anderen Weg gehen, um doch noch eine Aufführung 2019 zustande zu bringen. Zuerst musste eine korrekte Partiturabschrift erstellt, und danach das komplette Stimmenmaterial neu geschrieben werden. Dabei wurde streng auf Authentizität geachtet, und nur dort Korrekturen durchgeführt, wo Loewe offensichtliche Fehler (z.B. fehlende Vorzeichen, offensichtliche Harmoniefehler) passiert sind.

Österreichische Erstaufführung

Zwar lässt es sich ebenfalls nicht beweisen, aber vermutlich wird Loewes e-Moll-Symphonie beim Konzert am 9. November 2019 zum ersten Mal in Österreich erklingen – also eine österreichische Erstaufführung!

Die e-Moll Symphonie

Die Symphonie ist „klassisch“ viersätzig, auch die Instrumentation orientiert sich vor allem an den Symphonien der Klassik: doppelt besetzte Holzbläser, je 2 Hörner, Trompeten und Pauken. Die 3 Posaunen wurden nachträglich, vermutlich 1843 zugefügt und dienen ausschließlich der Klangverstärkung.

1. Satz Larghetto – Allegro con passione

Der erste Satz (4/4, e-Moll) beginnt mit einer langsamen Einleitung („Larghetto“), die nach nur 11 Takten in ein rasches „Allegro con passione“ (e-Moll) übergeht. Der Satz steht in Sonatensatzform, dem leidenschaftlichen Hauptthema in Moll setzt Loewe ein liebliches G-Dur-Seitenthema entgegen. Die Schlussgruppe (e-Moll) beendet abrupt dieses Intermezzo. Die relativ kurze Durchführung führt rasch zur Reprise, in der das Seitenthema jetzt in E-Dur moduliert. Aber diese „Idylle“ wird erneut heftig von e-Moll-Akkorden beendet und zum Schluss geleitet.

2. Satz Larghetto

Der zweite Satz „Larghetto“ (6/8, E-Dur) ist musikalisch wohl der Höhepunkt – nicht zufällig wurde er 1894 zur Loewe-Feier gespielt. Auf Posaunen, Trompeten und Pauke wird verzichtet, vor allem aber den Blasinstrumenten dadurch breiten Raum gegeben. Formal steht der Satz in 3-teiliger Liedform. Zwar beginnen so wie im ersten Satz die Streicher mit der Hauptmelodie, werden aber nach wenigen Takten von den hohen Holzbläsern abgelöst, die wiederum zur Cantilene der ersten Geigen überleiten. Der Balladen-Komponist Loewe zeigt sich hier ganz in seinem romantischen Element.

3. Satz Scherzo

Der dritte Satz „Scherzo“ (3/4, a-Moll) entspricht formal dem klassischen Vorbild (Scherzo – Trio – Scherzo), wobei das Trio nicht als solches mehr bezeichnet ist. „Das Trio“ bilden „unklassisch“ die 1. Trompete, 1. Oboe und 1. Klarinette.

4. Satz Allegro non tanto

Der vierte Satz (4/4, e-Moll) ist mit „Allegro non tanto“ bezeichnet. Der Satz steht in „klassischer“ Sonatensatzform. Das Hauptthema erklingt zuerst in den ersten Geigen und endet auf einer Fermata, ehe das ganze Orchester mit einem kräftigen Fortissimo das Hauptthema anstimmt. Ganz „unklassisch“ erklingt das Seitenthema in E-Dur, erst die Schlussgruppe kehrt wieder zu e-Moll zurück. Das Hauptthema ist durch Triller, Vorschläge und Verzierungszeichen charakterisiert, das Seitenthema wiederum bekommt durch Staccati in den Bässen einen ganz speziellen Charakter. In der Durchführung wechselt Loewe nach E-Dur, allerdings in Form eines Fugato und auch das Hauptthema erklingt durchwegs jetzt in Dur. Selbst für die Reprise kehrt Loewe nicht mehr zur Ausgangstonart (e-Moll) zurück. Der Satz steigert sich zu einem fulminanten Höhepunkt und endet in strahlendem E-Dur.

Weiterführende Links

Internationale Loewe Gesellschaft – https://www.carl-loewe-gesellschaft.de/
Carl Loewe auf Wikipedia – https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Loewe
Kompositionen von Carl Loewe auf IMSLP – https://imslp.org/wiki/Category:Loewe,_Carl

Konzertkarten und Notenmaterial

Konzertkarten für das Konzert am 09.11.2019 um 19:30 im Lorely Saal gibt es online über EventJet.
Ein Konzertmitschnitt sowie das Notenmaterial werden nach dem Konzert, voraussichtlich Ende November erhältlich sein. Concentus21 Shop