Wir trauern um unser Ehrenmitglied Prof. Alfred Hertel

 

 

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Amateurorchester die besondere Zuwendung eines allseits geschätzten, vielseitigen und erfahrenen Berufsmusikers gewinnen und ihn zum Ehrenmitglied, also zu einer Art „Schutzpatron“ ernennen kann.

Tatsächlich hat Alfred Hertel diese Funktion mit viel Freude, aber auch mit Engagement ausgeführt, indem er junge Orchestermitglieder mit musikalischem Wissen versorgt und ihnen gleichzeitig seine eigene Begeisterung für Musik und auch seine große Routine im gemeinsamen Musizieren vermittelt hat.

Der bereits als 14-jähriger an die damalige Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien aufgenommene Student war bald ein gesuchter Oboist, dessen Interesse der gesamten Breite des Repertoires gegolten hat, ob Kunstmusik oder populäre Musik, in einer zeitlichen Ausdehnung, die von der so genannten Alten Musik bis hin zur Musik der Gegenwart reichte, wo ihm zahlreiche Komponisten Werke gewidmet haben.

Aus Anlass seines runden Geburtstags 2015 hat ihm der Concentus21 das Frühjahrskonzert gewidmet, aus dessen Programmheft das einleitende Statement stammt und das – dem Anlass entsprechend – ganz im Zeichen seines Instruments, der Oboe stand: sowohl die Ouvertüre zu Joseph Haydns L’anima del filosofo  hat ihm die Gelegenheit geboten, das gesamte Spektrum seiner Klangmöglichkeiten auszuschöpfen, als auch Johann Sebastian Bachs Konzert für Oboe, Violine und Streicher BWV 1060R, wo besonders im traditionellen langsamen Mittelsatz beide Solo-Instrumente in einem ausführlichen, lyrischen Duett ihre jeweilige Ausdruckskunst eindrucksvoll entfalten.

Seiner Familie drücken wir unser herzliches Beileid aus und versichern: als Vorbild werden wir Prof. Alfred Hertel in bester Erinnerung behalten und ihn als Mitspieler vermissen!