FAQ – Häufige Fragen

Im Folgenden möchten wir FAQ – häufige Fragen zum Orchester, den Konzerten und den Mitspielerinnen und Mitspielern beantworten.

Verdienen die Mitspieler:innen beim Concentus21 Geld?

Nein. Der Concentus21 ist ein als Verein organisiertes Amateur Orchester. Die Musik ist für fast alle Mitspieler:innen Hobby. Zum Wesen der Organisationsform als Verein gehört, dass jedes Mitglied einen jährlichen Vereinsbeitrag bezahlt, man könnte also sagen, die Musiker:innen bezahlen dafür spielen zu dürfen 😉

Was macht der Concentus21 mit den Einnahmen aus den Konzerten?

Die Einnahmen aus den Konzerten werden von uns genutzt, die Kosten für die Konzerte zu decken. Was für das Publikum so einfach aussieht, ist ein großer logistischer und finanzieller Aufwand. Zuallererst sind da die Mieten für Konzertsäle, dazu kommen ggf. weitere Kosten für Bühnenbauten und Beleuchtung. Notenpulte und die großen Instrumente wie Pauken und Kontrabässe müssen zum Aufführungsort und anschließend wieder zurück zum Probenraum transportiert werden. Die Solistinnen und Solisten – allesamt Profis – bekommen eine Gage. Dazu kommen noch viele weitere Positionen wie Notenmaterial, Flyer, Webseite, Ticketshop etc. so dass wir in den meisten Fällen keinen Gewinn machen. Wenn wir doch einen kleinen Gewinn machen, dann sparen wir auf Neuanschaffungen (Notenpulte, Instrumente etc.) oder Großprojekte, wie zum Beispiel die geplante Nabucco Aufführung.

Was ist eine Konzertmeisterin?

Im klassischen Orchester ist die Konzertmeisterin die Stimmführerin der 1. Geige. Sie ist nach dem Dirigenten eine Führungsfigur im Orchester. Zu den Hauptaufgaben bei den Proben und im Konzert gehört das Einstimmen des Orchesters, die Unterstützung des Dirigenten beim Umsetzen seiner musikalischen Vorstellungen, sowie die Koordination des Orchesters. Weitere Infos zu den Aufgaben von Konzertmeister:innen gibt es auch auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Konzertmeister.
Bei uns kümmert sich die Konzertmeisterin außerdem auch um Social Media und Mitspielerwerbung, gemeinsam mit dem Dirigenten um das Notenmaterial und ist Teil des Vorstands.

Warum muss ich zu den Proben kommen, auch wenn ich meinen Part schon spielen kann?

Ein Orchester lebt vom Zusammenspiel, deshalb ist es nicht nur wichtig, den eigenen Part spielen zu können, sondern auch gemeinsam mit den anderen Musikerinnen und Musikern zu proben. In den Proben werden wichtige Informationen mitgeteilt bezüglich Interpretation (Dynmik, Tempo etc). Fehlt man dann bei Proben, hat man diese Information nicht mitbekommen und der Dirigent muss sie in der nächsten Probe wiederholen. Das hält alle auf und ist vor allem für die, die bei allen Proben waren oft langweilig, weil sie immer wieder das gleiche hören. Die Zeit für das wiederholte Erklären fehlt dann andererseits wieder für weitergehende Probenarbeit.

Warum spielt das Orchester keine Stücke von XY?

Die Zusammenstellung einer Konzertprogramms ist eine anspruchsvolle Aufgabe, bei der es nicht nur darum geht, welche Stücke man mag. Vielmehr muss man sich die Frage stellen, welche Stücke das Orchester spielen kann und welche Besetzung gefordert ist. Man denke zum Beispiel an Tchaikowskys 1812 Ouvertüre, die Kanonen und Glocken erfordert, aber wer hat schon Glocken und Kanonen zu Hause? 😉 Weiteres müssen auch Rechte an den Werken beachtet werden. Symphonien von Haydn oder Schubert unterliegen keinem Urheberrecht mehr. Für Werke von Shostakovich hingegen, der erst 1975 verstorben ist, gelten bis 70 Jahre nach seinem Tod Urheberrechte. Bei Aufführungen im Konzert bedeutet dies, dass eine entsprechende Abgabe zu entrichten ist. Für solche Stücke muss man außerdem das Notenmaterial kaufen, was ebenfalls erhebliche Kosten verursacht. Die Zusammenstellung eines Konzertprogramms bedeutet also eine Vielzahl an Faktoren zu berücksichtigen und beschäftigt vor allem den Dirigenten teilweise viele Monate im Vorauß.

Woher bekommt ihr eure Noten?

Abhängig vom jeweiligen Konzertprogramm gibt es drei Möglichkeiten, wie wir an Noten kommen. Die erste ist simpel und allen Musiker:innen wohlbekannt: wir kaufen die Noten bei einem Verlag. Das trifft zum Beispiel für die meisten Walzer, Märsche und Polkas der Straussens, Ziehrers und Fuciks zu. Die zweite Möglichkeit, die vor allem bei Musik möglich ist, für die keine Urheberrechte und kein Kopierschutz mehr besteht, ist die Nutzung von Notenmaterial in Bibliotheken. Die bekannteste ist hier sicher die Online Bibliothek IMSLP – Petrucci Music Library, aber auch einige öffentliche Bibliotheken bieten Notenmaterial an. Wir greifen hier bevorzugt auf digitalisiertes Material zu, dass dann jeder Musiker selbst ausdrucken kann.
Die dritte Möglichkeit an Notenmaterial zu kommen, ist deutlich schwieriger und vor allem zeitaufwändig. Immer dann, wenn wir unbekannte Stücke spielen wollen, wie zuletzt die Symphonie No. 7 von Kalliwoda oder die Loewe Symphonie No. 2, muss sich unser Dirigent tatkräftig unterstützt von unserer Obfrau auf die Suche in den Archiven machen, um im besten Fall Stimmenmaterial, aber häufig einfach “nur” eine Handschrift (ein sogenannter Autograph) des Komponisten zu lokalisieren. Aus dieser Handschrift, die häufig noch Fehler enthält, schreibt er dann am Computer mit einem modernen Notensatzprogramm eine Partitur. Das klingt für den Laien nach simplem Abschreiben, ist aber ein komplexer Prozess, da bei Stücken, die vorher nie verlegt wurden hier noch das eigentlich Korrekturlesen erfolgt und die enthaltenen Fehler ausgebessert werden müssen. Zur Aufführung der Loewe Symphonie hat unser Dirigent einen spannenden Artikel geschrieben:http://www.concentus21.at/carl-loewe-symphonie/.

Woher wissen die Musiker:innen, wo sie sitzen sollen?

Für die Aufstellung von Orchestern gibt es gewisse Konventionen und Traditionen, die sich über hunderte Jahre entwickelt haben. Heute werden vor allem zwei Varianten der Aufstellung genutzt, nämlich die Amerikanische Aufstellung und etwas weniger häufig die Deutsche Aufstellung. Wir spielen üblicherweise in der Amerikanischen Aufstellung, bei der die Streicher absteigend nach Tonhöhe von links nach rechts angeordnet sind. Das heißt links vorne beginnt es mit der 1. Violine, daneben die 2. Violine gefolgt von den Bratschen. Die Celli sitzen vis-a-vis den 1. Violinen, die Kontrabässe stehen schräg hinter Celli und Bratschen. Hinter den Streichern sitzen dann die Holzbläser also Flöten, Oboen, Klarinetten und Fagotte und dahinter folgen die Blechbläser, bei uns meist Hörner, Trompeten und eine Posaune. Je nach Werk kommen dann noch Pauken, Schlagwerk und auch Harfe dazu.

Wie oft probt ihr für ein Konzert?

Grundsätzlich proben wir (fast) jeden Montag außer in den Schulferien. Für ein Konzertprogramm planen wir in der Regel 12 Proben, manchmal auch ein oder zwei mehr, je nach Lage von Ferien und Feiertagen etc. Da wir kein fixes Repertoire spielen, sondern für jedes Konzert ein komplett neues Programm erarbeiten, brauchen wir diese Anzahl an Proben, damit beim Konzert auch alles richtig sitzt. Zusätzlich können zu den Montagsproben auch noch eine Samstagsprobe, sowie Stimmproben, Streicherproben oder ähnliches dazu kommen. Damit alle Bescheid wissen, wann und was geprobt wird und sich entsprechend vorbereiten können, veröffentlichen wir immer einen Probenplan auf unserer Webseite: Rehearsal schedule.

Wie funktioniert das mit dem Stimmen?

Das Stimmen im Orchester ist notwendig, damit alle Instrumente exakt die gleiche Tonhöhe haben. Würden wir nicht stimmen und die Instrumente hätten alle kleine Abweichungen voneinander, dann würde es auch wenn jeder einzelne genau die richtigen Noten spielt trotzdem falsch klingen. Das Stimmen im Orchester erfolgt auf den sogenannten Kammerton a’ (siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Kammerton). Wir nutzen dabei a’ = 443 Hz. Bei den Proben und auch im Konzert ist die 1. Oboe dafür verantwortlich ihr Instrument auf diesen Ton zu stimmen. Das macht man mit einem Stimmgerät, das die Frequenz des erzeugten Tons misst und anzeigt ob er höher oder tiefer als die gewünschten 443 Hz liegt. Durch Manipulation am Instrument kann dann die korrekte Stimmung erreicht werden. Hat die Oboe also den richtigen Ton gefunden gibt sie diesen Ton zuerst an die Bläser weiter. Diese stimmen also nicht nach dem Stimmgerät, sondern nach dem von der Oboe gehörten Ton. Sind die Bläser fertig, übernimmt die Konzertmeisterin das a’ der Oboe. Bei der Geige erfolgt dabei das Stimmen wie bei allen Streichinstrumenten über das Drehen von Wirbeln, die die Saite entweder verlängern oder verkürzen und so die Frequenz der Schwingung verändern. Hat die Konzertmeisterin das a’ übernommen, gibt sie es an die übrigen Streicher weiter. Haben die Streicher alle das a’ übernommen, können sie die restlichen Saiten stimmen. Auch das erfolgt nicht über ein Stimmgerät sondern über das Hören des Intervalls zwischen den jeweils benachbarten Saiten. Sind die Saiten in Stimmung ertönt eine reine Quinte (außer beim Kontrabass, der in Quarten gestimmt wird).

Wo kann ich mein Instrument servicieren lassen? Wo kann ich Zubehör oder Noten kaufen?

Die Frage nach Instrumentenservice hören wir oft und natürlich gibt es darauf keine eindeutige Antwort, denn das hängt nicht nur an der Art des Instruments, sondern oft auch an persönlichen Vorlieben. Nichtsdestotrotz haben wir hier eine (unvollständige) Liste an Instrumentenbauer:innen, Händler:innen und Werkstätten:

Holzblasinstrumente

Wiener Flötenwerkstatt
https://flute.at/

Meisterwerkstatt Stephan Bösken
https://boesken.biz/home/

Blechblasinstrumente

Streichinstrumente

Geigenbau Martin Rainer
http://www.martin-rainer.at/
Neubau, Reparatur

Kerstin Hoffmann & Claudia Rook
https://www.geigenmacher.at/
Neubau, Reparaturen, Fr. Hoffmann ist außerdem Spezialistin für Bögen

Marcel Richters
https://www.marcelrichters.com
Handel und Restauration

Zubehör, Noten etc.

Musikhaus Kerschbaum
https://www.musikhauskerschbaum.com/
Instrumente, Saiten, Noten

Vienna Violins
https://www.vienna-violin.at/de/
Große Auswahl an Zubehör für Streicher

Musikhaus Doblinger
https://www.doblinger.at/
vor allem Noten und Bücher

Votruba Musik
https://www.votruba-musik.at/
Blasinstrumente, Zubehör, Noten etc.

Wie kann ich bei euch mitspielen?

Alle Details zum Mitspielen im Orchester und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme findest Du unter Become a member of Concentus21.

Ich habe kein eigenes Instrument. Kann ich trotzdem bei euch mitspielen?

Das Orchester stellt nur in sehr begrenztem Umfang Instrumente zur Verfügung, nämlich für die Instrumente, die nicht sehr mobil sind 😉 Das sind Pauken, Schlagwerk und Kontrabässe. Alle anderen Mitspieler:innen müssen ihre eigenen Instrumente mitbringen. Wer kein eigenes Instrument hat, findet in Wien zahlreiche Möglichkeiten Instrumente zu leihen. Das gilt sowohl für Blasinstrumente, als auch für Streicher. Ein guter Startpunkt dafür sind die oben genannten Händler & Werkstätten.

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