Ein paar Fragen an: Andreas

Name: Andreas
Instrument: Violoncello
Funktion im Orchester: Stimmführer der Cellogruppe

Was hat Dich dazu gebracht, dein Instrument zu lernen?

Musik hat mich mein ganzes Leben begleitet. Zuerst klassisch in der Volksschule mit Blockflöte und Klavier, und ab der 2.Klasse Volksschule dann bis zu meinem 20.Lebensjahr der Gesang mit vielen (Welt-)Tourneen und Opernproduktionen. Meine Volksschullehrerin, die nach wie vor zu vielen meiner Konzerte kommt, wollte schon damals, dass ich Cello lerne. Aber erst, als ein Freund von mir –  er war ein Ass am Cello und dann auch am Kontrabass – das Cello zu Konzerten mitgebracht hat, hat er meine Leidenschaft geweckt.

Welcher Musiker ist Dein musikalisches Vorbild und warum?

Ein klassisches Vorbild habe ich nicht. Ich habe da eher einen eklektischen Ansatz. Es gibt heutzutage so viele Musiker*innen auf der Welt, die dank YouTube und Co zu jeder Sekunde abrufbar sind. Jede*r dieser Musiker*innen hat ganz eigene Interpretationen und Ansätze und ist in unterschiedlichen Dingen gut. Leider wird durch Wettbewerbe und dem Konkurrenzdruck oft der eigentliche Sinn von Musik vergessen. Und nur weil „berühmte Cellistinnen/Cellisten“ etwas in einer Art spielen, heißt das nicht, dass das die richtige Art ist.

Wenn ich es mir wünsche könnte, hätte ich gerne die Bogenlänge von Mstislav Rostropovich, die Bogenkontrolle von Santiago Canon-Valencia, die Stabilität von Gautier Capucon, das Feuer von Jacqueline du Pré und die Leichtigkeit von Steven Isserlis. Die Interpretationsgabe hätte ich gerne von Benjamin Zander. Mit seinen leidenschaftlichen Interpretationsmeisterklassen darf er da nicht fehlen. Besonders empfehlenswert sind seine Interpretationen klassischer Cellostücke, wie z.B. der Fauré Élégie, dem Elgar Cellokonzert oder den Bach Suiten, aber auch seine Beethoven Interpretationen spiegeln den Meister mehr als bildlich wider.

Was reizt Dich am Orchesterspielen?

Mir war es immer ein Anliegen den Spaß, den das gemeinsame Musizieren bringt, weiterzugeben. Die Interaktion von Musiker*innen während des Spielens – ein kurzer Blick, ein kleines Lächeln – sind das, was das Orchesterspielen ganz besonders macht. Auch bei Aufführungen, bei denen ich selbst Zuhörer bin, genieße ich das am meisten. Die richtigen Noten spielen ist das eine, das gemeinsame „Zum-Leben-Erwecken“ aber das Entscheidende.

Du spielst auch in anderen Orchestern. Was hat Dich zum Concentus21 gebracht und was macht für Dich den Concentus21 aus?

Dauerhaft spiele ich derzeit in drei Orchestern. Als Substitut aber auch noch in anderen, je nachdem wie es mein Terminkalender zulässt. Damals 2017/2018 habe ich neben meinen Stammorchestern nach Alternativen und „neuen Programmen“ gesucht und bin dann durch Zufall auf den concentus21 gestoßen.

Was war Dein bisher schönster Moment / Konzert mit dem Concentus21?

Da gabs in den fast sieben Jahren bereits einige. Am magischsten sind die Interaktionen mit den anderen Musiker*innen während des Spielens.

Welches Stück würdest Du gerne mal zur Aufführung bringen?

Nach 20 Jahren Orchestererfahrung und Aufführung vieler großer Werke, fände ich Stücke in kleinerer Besetzung sehr fein, wie zum Beispiel die Brandenburgischen Konzerte oder einige der zahlreichen Vivaldi Konzerte. Konzerte mit Solistinnen und Solisten sind auch immer etwas ganz besonders Schönes.

Das Interview führte unsere Konzertmeisterin.

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