Uraufführung und Opernromantik – ein Konzert voller Höhepunkte

Mit zwei aufeinanderfolgenden Konzertabenden in der Krypta der Canisiuskirche begeisterte der Orchesterverein Concentus21 sein Publikum. Unter der Leitung von Herbert Krenn erklang an beiden Abenden ein ebenso abwechslungsreiches wie anspruchsvolles Programm, das die Welt der deutschen Romantik mit der Wiener Unterhaltungsmusik verband. Selten gespielte Opernwerke, eine eindrucksvolle Uraufführung und klangvolle Konzertstücke machten die beiden Konzerte zu einem besonderen musikalischen Erlebnis.

Programm

Dirigent: Herbert Krenn

Solistin: Teresa Bruckböck-Rexhaj (Sopran)

Ouvertüre zu „Der Vampyr“ von Heinrich Marschner

Romanze und Arie aus „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber

Arie der Baronin aus „Der Wildschütz“ von Gustav Albert Lortzing

Ballettmusik „Holzschuhtanz“ aus „Zar und Zimmermann“ von Gustav Albert Lortzing

Arie der Maria aus „Der Waffenschmied“ von Gustav Albert Lortzing

Rezitativ und Arie aus „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai

Zugabe der Solistin mit Orchester:
Gräfin-Arie aus „Wiener Blut“ von Johann Strauss (Sohn)

Pause

Concentus-Ouvertüre, op. 241 – Uraufführung von Karlheinz Schrödl

Donausagen, op. 233 von Julius Fučík

Wiener Praterleben (Sportpalast-Walzer) von Siegfried Translateur

Zugabe des Orchesters
Loslassen! – Polka schnell, op. 386 von Carl Michael Ziehrer

Programmheft


Den Auftakt machte die eindrucksvolle Ouvertüre zu Heinrich Marschners Oper Der Vampyr, deren dramatische Klangsprache die Zuhörer unmittelbar in die Welt der frühen Romantik versetzte. Anschließend gestaltete die Sopranistin Teresa Bruckböck-Rexhaj sämtliche Gesangswerke des ersten Konzertteils mit großer Ausdruckskraft und stilistischer Sicherheit. Mit der Romanze und Arie aus Carl Maria von Webers Der Freischütz, den beiden Arien aus Gustav Albert Lortzings Der Wildschütz und Der Waffenschmied sowie dem Rezitativ und der Arie aus Otto Nicolais Die lustigen Weiber von Windsor überzeugte sie durch ihre musikalische Vielseitigkeit und ihre differenzierte Interpretation.

Zwischen den vokalen Beiträgen setzte das Orchester mit Lortzings schwungvollem „Holzschuhtanz“ aus Zar und Zimmermann einen heiteren orchestralen Akzent. Der begeisterte Applaus des Publikums wurde mit einer Zugabe belohnt: Gemeinsam mit dem Orchester sang Teresa Bruckböck-Rexhaj die Gräfin-Arie aus Johann Strauss‘ Operette Wiener Blut und rundete den ersten Konzertteil glanzvoll ab.

Nach der Pause stand die Uraufführung der Concentus-Ouvertüre, op. 241, von Karlheinz Schrödl im Mittelpunkt des Abends. Das Werk entstand 2024 anlässlich seines Eintritts in den Orchesterverein Concentus21 und schildert in eindrucksvoller musikalischer Sprache den Gegensatz zwischen Bedrohung und Hoffnung. Ein unnachgiebiger, stürmischer Beginn wird von einem lyrischen Hauptthema durchbrochen, das immer wieder von kraftvollen Orchesterpassagen unterbrochen wird. Nach einem markanten Höhepunkt der Blechbläser versucht eine Solovioline, den musikalischen Konflikt zu beruhigen, bevor das Werk in einem nachdenklichen Schluss seinen Frieden findet. Die eindrucksvolle Interpretation machte die innere Dramaturgie der Komposition eindrucksvoll erlebbar. Besonders erfreulich war, dass der Komponist als Orchestermitglied selbst an der Uraufführung mitwirkte und den herzlichen Beifall des Publikums persönlich entgegennehmen konnte.

Mit Julius Fučíks Donausagen, op. 233, und Siegfried Translateurs Walzer Wiener Praterleben (Sportpalast-Walzer) schlug das Programm anschließend den Bogen zur Wiener Unterhaltungsmusik. Die beiden Werke entfalteten ihren festlichen Charakter und sorgten für einen beschwingten Ausklang des offiziellen Programms.

Der lang anhaltende Applaus veranlasste das Orchester schließlich zu einer weiteren Zugabe: Mit Carl Michael Ziehrers spritziger Polka schnell „Loslassen!“ verabschiedeten sich die Musikerinnen und Musiker temperamentvoll von ihrem Publikum und setzten einen schwungvollen Schlusspunkt unter einen rundum gelungenen Konzertabend.

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