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VA PENSIERO … Verdis berühmter Nabucco in historischem Ambiente

Wer kennt ihn nicht, Verdis Gefangenenchor aus Nabucco…
Seine Melodie ist ja ein echter Ohrwurm, gleich ob dazu der Text als „Flieg Gedanke auf goldenen Flügeln“ oder wie früher „Teure Heimat, wann werden wir wieder dich sehen“ übersetzt oder im Original assoziiert wird.

Doch wie steht es mit dem Rest dieser großartigen, durchaus genauso hörenswerten Oper, mit ihrer aufregenden Geschichte als Denkmal der italienischen nationalen Einheit? 

Eine besondere Gelegenheit, das nachzuholen, sollte sich im kommenden Jahr bieten:

Plakatentwurf für Nabucco 2021
Plakatentwurf Nabucco 2021

Der Orchesterverein Concentus21 (Dirigent: Herbert Krenn) – der schon in der Vergangenheit mit Opernproduktionen wie dem Freischütz und dem Troubadour erfolgreich gewesen ist – plant, die Oper NABUCCO in ihrer Gesamtheit zum Erklingen zu bringen, noch dazu an einem dafür besonders geeigneten Ort: Die Canisiuskirche im 9. Bezirk ist ein geräumiger Bau aus dem 19. Jahrhundert, ihr neugotisch-neoromantische Stil ist ein stimmungsvoller, atmosphärisch dichter Rahmen für Verdis wuchtige Klänge und die strahlenden Gesangsstimmen.

In Zusammenarbeit mit dem Chor Allegro Vivace (Leitung: Matthias Binder) und mit namhaften Solistinnen und Solisten (u.a. Russi Nikoff, Maria Droulou, Monica Chavez, Lisa Schramböck, Apostol Milenkov) soll der Nabucco dort an zwei Abenden (19. und 20.Juni 2021) aufgeführt werden – eine künstlerische Herausforderung, der sich alle Beteiligten freudig stellen, aber auch eine hohe Anforderung an die verfügbaren Ressourcen.

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Deshalb benötigt die Realisierung dieses Großprojekts Ihre Unterstützung, für die wir uns aber speziell bedanken möchten. Für Sponsoren der Aufführungen bieten wir spezielle Sponsoring Pakete.

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Giuseppe Verdi
Giuseppe Verdi
Concentus21 Orchesterblog

Ein neues Konzertprogramm vorbereiten – mehr als nur durchspielen

Als Orchestermusiker ist man immer wieder damit konfrontiert, dass man neue Konzertprogramme vorbereiten muss. Dafür bedarf es etwas mehr, als nur die eigene Stimme durchzuspielen. In diesem Artikel soll es darum gehen, wie man als Streicher ein neues Programm effektiv angeht.

Bevor die Orchesterproben beginnen

1. Schritt – Hören und Verstehen

Im Orchester ist es wichtig, nicht nur die eigene Stimme zu kennen, sondern auch zu wissen, wie ein Stück grundsätzlich aufgebaut ist, wie es sich anhören sollte, wo wichtige Einsätze sind und vieles mehr. Deshalb ist der erste wichtige Schritt, sich vor der ersten Probe mit dem neuen Stück vertraut zu machen. Dazu kann man das Stück einfach anhören (auch mehrfach ;)), aber auch anhören und dabei die eigene Stimme mitlesen oder noch besser anhören und die Partitur mitlesen. Zu den meisten Stücken findet man Partituren online z.B. in der Petrucci Music Librabry.

Ebenfalls spannend kann es sein, sich das Stück von verschiedenen Orchestern und unter verschiedenen Dirigenten anzuhören. Schubert klingt nicht gleich Schubert und Mozart nicht gleich Mozart. Unterschiedliche Tempi, Dynamik und Phrasierung kann einen sehr großen Unterschied ausmachen.
Auch interessant ist es, sich über den Hintergrund eines Stückes zu informieren. Wann hat der Komponist es geschrieben? Gab es einen Auslöser dafür? Wer ist der Widmungsträger und warum? Manches davon steht im Internet und oft findet man bei den verschiedenen Klassik Radios Hintergrundgeschichten, Podcasts und ähnliches.

2. Schritt – Schwierige Stellen identifizieren

Hat man das Stück angehört und eine Vorstellung davon, wie es klingen soll, ist der erste wichtige Schritt, einmal alles durchzuspielen und zwar im finalen Tempo. Dabei merkt man sofort, welche Stellen einfach so funktionieren und welche Stellen schwierig sind und geübt werden müssen.
Die schwierigen Stellen markiert man sich beim Durchspielen und kommt anschließend auf sie zurück.
Man nimmt sich jede schwierige Stelle einzeln vor und überlegt, worin die Schwierigkeit besteht. Ist es der Bogenstrich oder der Fingersatz oder die Koordination? Für jedes Problem gibt es die passende Übestrategie.

3. Schritt – Übungsplan erstellen

Sind die schwierigen Stellen klar und definiert was geübt werden muss, kann man daraus einen Übeplan ([8]) erstellen.
Hierzu gibt es viele verschieden Ressourcen und Strategien, die letzten Endes auch immer davon abhängig sind, wie viel Zeit man zum Üben zur Verfügung hat.
Gut wäre, man hätte pro Tag 30 Minuten Zeit für die Orchesterstücke, aber auch mit 10 Minuten jeden Tag kann man einiges erreichen. Nur wenn man gar keine Zeit zum Üben hat, sollte man sich das mit dem Orchester nochmal überlegen 😉 In der Probe sollte das Augenmerk auf das Zusammenspielen gelegt werden können, was nur funktioniert, wenn nicht jeder nur mit sich selbst kämpft.

4. Schritt – Üben

Wenn man nun also nach dem eigenen Übeplan übt, dann ist es wichtig, die schwierigen Stellen nicht einfach durchzuspielen, denn damit übt man nur das, was nicht funktioniert noch mehr ein. Stattdessen sollte man sich entsprechend der Schwierigkeit der Stelle die passende Strategie aussuchen und langsam und mit Bedacht üben. Itzhak Perlman hat zum Üben einen schönen Satz geprägt:

“If you practice something slowly, you forget it slowly. If you practice something fast, you forget it fast.”

Itzhak Perlman – Geiger

Hat man Probleme mit der Bogeneinteilung? Vielleicht hilft ja eine “Bow Distribution Map”? ([6])

Ist ein Lauf schwierig und schnell? Dann sucht man sich zuerst die passenden Fingersätze ([4]), danach übt man z.B. in rythmisierten Pattern ([5]). Auch sinnvoll ist es nach dem vom Vokabellernen bekannten Karteikastenprinzip zu üben, dabei werden die schwierigen Passagen so lange geübt, bis man sie 5 mal nacheinander komplett fehlerlos spielen kann. (Tipp “Serial Practice” [7])

Sind die Lagenwechsel an einer Stelle schwierig? Man übt die Lagenwechsel langsam zuerst vorwärts, anschließend “rückwärts”, liest also die Noten von rechts nach links und wechselt damit die Lage in die andere Richtung. Danach geht es in die richtige Richtung gleich viel schneller.

Hat eine Passage einen schwierigen Rythmus oder einen Übergang zum Beispiel von Achtel auf Triolen? Da hilft am Besten mit Metronom üben. Moderne Metronome und vor allem Metronom-Apps (z.B. Soundbrenner) ermöglichen es, nicht nur die Taktart und die Metronomzahl einzustellen, sondern auch eine Unterteilung. Man kann also zum Beispiel einen 4/4 Takt mit MM = 100 einstellen und sich dabei Triolen geben lassen.

Hat man alles geübt und ist überzeugt, man kann nun alles, dann sollte man sich selbst testen zum Beispiel, in dem man mit einer Aufnahme mitspielt. Bei YouTube gibt es viele Aufnahmen bei denen man auch den Dirigenten sehen kann, so kann man sich fast fühlen, als wäre man Mitglied bei den Philharmonikern 😉
Spielt man nun also mit einer Aufnahme mit, wird man schnell merken, welche Stellen dann doch noch nicht so gut funktionieren und kann den eigenen Übeplan entsprechend anpassen.

Nützliche Links und weitere Ressourcen

Weitere interessante Ressourcen zum Üben und Details zu oben erwähnten Methoden findet man hier:

3 Violin Practice Tips to Save Time and get Faster Progress | Violin Lounge TV #280

Practicing for many hours can be useless or even counterproductive when you're doing it wrong. In this video I share 3 tips:

Gepostet von Violin Lounge am Mittwoch, 15. August 2018

Während der Probenzeit

Hat man die Stücke gut vorbereitet und die Orchesterproben beginnen, dann sollte man ebenfalls einige Dinge beachten. Welche das sind, behandeln wir in unseren nächsten Blogs.

Blog (geplant): Orchesternoten markieren
Blog (geplant): Die effektive Orchesterprobe

Komponist Carl Loewe

Carl Loewe und seine e-Moll-Symphonie

Carl Loewe ist jedem Musikinteressierten als genialer Balladenkomponist bekannt. Sie machten ihn schon zu seinen Lebzeiten zu einem berühmten, geschätzten und gefeierten Komponisten. Nicht zuletzt deshalb wurde und wird er bis heute auch als „norddeutscher Schubert“ bezeichnet. Weniger bekannt ist allerdings, dass Loewe in nahezu allen musikalischen Genres großartige Kompositionen geschaffen hat, Opern, Oratorien, Kammermusik, Solokonzerte und auch zwei Symphonien.

Loewes Symphonien

Die beiden Symphonien dürften 1834/35 entstanden sein, wobei wir nur in der erhaltenen Originalpartitur seiner e-Moll-Symphonie den genauen Hinweis zur Entstehungszeit finden. Loewe vermerkt am Ende der Partitur: „beendet am 15. December 1834 C. Loewe“. Wann genau er seine Symphonie, jene in d-Moll komponierte, ist nach wie vor unklar – vermutlich 1835. Ob die e-Moll-Symphonie zu Lebzeiten des Komponisten auch aufgeführt wurde, ist nicht bekannt.  Manche Forscher vermuten eine Aufführung zu Beginn 1835 (möglicherweise im Rahmen der jährlich stattfindenden Musikfeste in Stettin, wo Loewe als Musikdirektor jahrzehntelang tätig war), aber beweisen lässt sich das bislang nicht. In der Partitur findet man zwar nachträglich eingefügte Ergänzungen (die möglicherweise auf eine Aufführung hinweisen), aber keine Korrekturen (die Partitur enthält viele Kompositionsfehler, die Loewe bei einer tatsächlichen Aufführung aufgefallen sein müssten).

Neun Jahre nach der Entstehung der e-Moll-Symphonie (1843) schickte Loewe jedenfalls an den Berliner Verlag Bote&Bote eine Abschrift der Originalpartitur mit der Bitte, die Symphonie aufführen zu lassen. Vermutlich ergänzte er zu diesem Zweck die drei ursprünglich noch fehlenden Posaunenstimmen. Im Falle einer Aufführung hätte Loewe auch das Stimmenmaterial angeboten, dazu scheint es jedoch nicht gekommen zu sein. Auch gedruckt wurde das Werk nicht. Die Abschrift gilt mittlerweile als verschollen, ebenso das 1843 noch vorhanden gewesene. Lediglich die Originalpartitur, die sich im Nachlass des Komponisten befunden hatte, blieb erhalten. Sie befindet sich heute in der Jagiellonen-Bibliothek in Krakau.

Erst 1894, im Rahmen einer Feier zu Loewes 25. Todesjahr, wurde der 2. Satz („Larghetto“) vom Berliner Philharmonischen Orchester gespielt. Auf welches Notenmaterial dabei zurückgegriffen wurde, ist unbekannt.

Uraufführung bei den 2. Loewe- Festtagen

In den Jahrzehnten danach scheint niemand Interesse an dieser Symphonie gehabt zu haben. Erst 110 Jahre später, im November 2004 (im Rahmen der 2. Loewe-Festtage) wurde die e-Moll-Symphonie wohl tatsächlich zum ersten Mal aufgeführt. Diese (wahrscheinlich) Weltpremiere ist dem damaligen Chefdirigenten der Anhaltischen Philharmonie Dessau zu verdanken. Der komplette Mitschnitt der Aufführung ist im Internet erhalten. Es ist die bislang einzige Aufzeichnung der Symphonie, die noch nicht auf CD erschienen ist.

Für diese Aufführung wurde aus der vorhandenen Originalpartitur eine komplette Abschrift (Partitur und Stimmen) gemacht, diese wurde jedoch im Anschluss wieder nicht gedruckt. Als wir vom Concentus21 auf der Suche nach einer Komposition Loewes für dessen 150. Todesjahr waren, konnten wir zwar auf eine mittlerweile gedruckte Partitur zurückgreifen, beim Vergleich der gedruckten Fassung und der Originalpartitur fanden sich allerdings dermaßen viele Fehler, dass sie sich für eine Aufführung als wertlos herausstellte.

Der Weg zum Notenmaterial

Wir mussten somit einen anderen Weg gehen, um doch noch eine Aufführung 2019 zustande zu bringen. Zuerst musste eine korrekte Partiturabschrift erstellt, und danach das komplette Stimmenmaterial neu geschrieben werden. Dabei wurde streng auf Authentizität geachtet, und nur dort Korrekturen durchgeführt, wo Loewe offensichtliche Fehler (z.B. fehlende Vorzeichen, offensichtliche Harmoniefehler) passiert sind.

Österreichische Erstaufführung

Zwar lässt es sich ebenfalls nicht beweisen, aber vermutlich wird Loewes e-Moll-Symphonie beim Konzert am 9. November 2019 zum ersten Mal in Österreich erklingen – also eine österreichische Erstaufführung!

Die e-Moll Symphonie

Die Symphonie ist „klassisch“ viersätzig, auch die Instrumentation orientiert sich vor allem an den Symphonien der Klassik: doppelt besetzte Holzbläser, je 2 Hörner, Trompeten und Pauken. Die 3 Posaunen wurden nachträglich, vermutlich 1843 zugefügt und dienen ausschließlich der Klangverstärkung.

1. Satz Larghetto – Allegro con passione

Der erste Satz (4/4, e-Moll) beginnt mit einer langsamen Einleitung („Larghetto“), die nach nur 11 Takten in ein rasches „Allegro con passione“ (e-Moll) übergeht. Der Satz steht in Sonatensatzform, dem leidenschaftlichen Hauptthema in Moll setzt Loewe ein liebliches G-Dur-Seitenthema entgegen. Die Schlussgruppe (e-Moll) beendet abrupt dieses Intermezzo. Die relativ kurze Durchführung führt rasch zur Reprise, in der das Seitenthema jetzt in E-Dur moduliert. Aber diese „Idylle“ wird erneut heftig von e-Moll-Akkorden beendet und zum Schluss geleitet.

2. Satz Larghetto

Der zweite Satz „Larghetto“ (6/8, E-Dur) ist musikalisch wohl der Höhepunkt – nicht zufällig wurde er 1894 zur Loewe-Feier gespielt. Auf Posaunen, Trompeten und Pauke wird verzichtet, vor allem aber den Blasinstrumenten dadurch breiten Raum gegeben. Formal steht der Satz in 3-teiliger Liedform. Zwar beginnen so wie im ersten Satz die Streicher mit der Hauptmelodie, werden aber nach wenigen Takten von den hohen Holzbläsern abgelöst, die wiederum zur Cantilene der ersten Geigen überleiten. Der Balladen-Komponist Loewe zeigt sich hier ganz in seinem romantischen Element.

3. Satz Scherzo

Der dritte Satz „Scherzo“ (3/4, a-Moll) entspricht formal dem klassischen Vorbild (Scherzo – Trio – Scherzo), wobei das Trio nicht als solches mehr bezeichnet ist. „Das Trio“ bilden „unklassisch“ die 1. Trompete, 1. Oboe und 1. Klarinette.

4. Satz Allegro non tanto

Der vierte Satz (4/4, e-Moll) ist mit „Allegro non tanto“ bezeichnet. Der Satz steht in „klassischer“ Sonatensatzform. Das Hauptthema erklingt zuerst in den ersten Geigen und endet auf einer Fermata, ehe das ganze Orchester mit einem kräftigen Fortissimo das Hauptthema anstimmt. Ganz „unklassisch“ erklingt das Seitenthema in E-Dur, erst die Schlussgruppe kehrt wieder zu e-Moll zurück. Das Hauptthema ist durch Triller, Vorschläge und Verzierungszeichen charakterisiert, das Seitenthema wiederum bekommt durch Staccati in den Bässen einen ganz speziellen Charakter. In der Durchführung wechselt Loewe nach E-Dur, allerdings in Form eines Fugato und auch das Hauptthema erklingt durchwegs jetzt in Dur. Selbst für die Reprise kehrt Loewe nicht mehr zur Ausgangstonart (e-Moll) zurück. Der Satz steigert sich zu einem fulminanten Höhepunkt und endet in strahlendem E-Dur.

Weiterführende Links

Internationale Loewe Gesellschaft – https://www.carl-loewe-gesellschaft.de/
Carl Loewe auf Wikipedia – https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Loewe
Kompositionen von Carl Loewe auf IMSLP – https://imslp.org/wiki/Category:Loewe,_Carl

Konzertkarten und Notenmaterial

Konzertkarten für das Konzert am 09.11.2019 um 19:30 im Lorely Saal gibt es online über EventJet.
Ein Konzertmitschnitt sowie das Notenmaterial werden nach dem Konzert, voraussichtlich Ende November erhältlich sein. Concentus21 Shop